Frauenpower beim LUX-Film- und Frauentag in Dresden
Am Internationalen Frauentag luden das EP-Verbindungsbüro Berlin und das Europe Direct Dresden zu LUX-Filmvorführungen und einer Filmdiskussion ins Thalia - Cinema nach Dresden ein. Und der Saal platzte prompt aus allen Nähten.

So viel Frauenpower in den Filmen, vor und auf der Bühne erlebt frau schließlich nicht jeden Tag!
Im Mittelpunkt stand die Vorführung und anschließende Diskussion des Films Sorda von Eva Libertad. Das bewegende Drama handelt von einer gehörlosen Mutter, die sich mit den Herausforderungen der Kindererziehung in einer Welt auseinandersetzen muss, die nicht auf ihre Bedürfnisse eingestellt ist.
Gezeigt wurden außerdem Sentimental Value von Joachim Trier und Love Me Tender von Anna Cazenave Cambet. Bei diesen drei für den LUX-Publikumspreis 2026 nominierten Filmen gehe es nicht allein um Frauen, sondern z.B. auch um Inklusion und Solidarität, Werte, für die sich das EP einsetzt, so Uta Neumann, Referentin beim Europäischen Parlament, in ihrer Begrüßung zum Auftakt der Veranstaltung.

Gehörlosen-Community: „Wir wollen Sichtbarkeit!“

Bild: Das Panel zum Filmtalk Sorda auf der Bühne von li nach rechts: Gehörlosendolmetscher, Moderatorin Marion Bergermann, Journalistin für EU-Politik und freie Redakteurin beim Europe.Table von Table Media, Anna Christine König, Begegnungsstätte für Menschen mit Hörbehinderung sowie Beisitzerin im Stadtverband der Gehörlosen Dresden e.V. und MdEP Katrin Langensiepen.
„Wir wollen Sichtbarkeit“, so Anna Christine König von der Begegnungsstätte für Menschen mit Hörbehinderung und Beisitzerin im Stadtverband der Gehörlosen Dresden e.V. auf dem Podium beim Filmtalk zu Sorda. Sie ist selbst gehörlos und wurde von drei Gehörlosen-Dolmetscherinnen und Dolmetschern begleitet. Sie habe die Geburt ihrer Kinder ähnlich traumatisch erfahren wie die Hauptdarstellerin im Film Sorda. Sie habe im Kreissaal von den Lippen ablesen müssen - dabei verstehe man aber nur ca. 30 Prozent. Es werde über den Kopf gehörloser Personen hinweg entschieden. Das passiere tagtäglich. „Wir wollen, dass die Gebärdensprache eine anerkannte Sprache ist, eine vielfältige Sprache! Wir müssen über Tabus sprechen“, so König.
MdEP: “Menschen mit Behinderung sind Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, Wählerinnen und Wähler!”

Bild: MdEP Katrin Langensiepen und Gehörlosendolmetscherin übersetzt für das Publikum.
„Mich stört, dass behinderte Menschen immer noch als Last gesehen werden und nicht als Steuerzahlerinnen und Steuerzahler! Es gibt 150 Mio. Menschen mit Behinderung in Europa”, so die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen, die extra zum Talk aus Hannover angereist war. Sie ist die einzige Abgeordnete im Europäischen Parlament mit sichtbarer Behinderung. Das wahre Problem sei, so Langensiepen weiter, dass diese Gruppe immer noch „als Problem und Kostenfaktor gesehen werde und nicht als Wählerinnen oder Wähler und Steuerzahler oder Steuerzahlerinnen, was wir aber sind!“

Anna Christine König (2.v. links) von der Begegnungsstätte für Menschen mit Hörbehinderung und Beisitzerin im Stadtverband der Gehörlosen Dresden e.V. war mit drei Gehörlosen-Dolmetschern auf dem Panel-Talk zum LUX-Film "Sorda".
Auf dem Podium sorgten die drei Gehörlosendolmetscherinnen und -dolmetscher dafür, dass alle Anwesenden die Diskussion lebhaft verfolgen und teilnehmen konnten. Die Stimmung war prächtig. Moderiert wurde das Film-Gespräch an diesem Frauentag natürlich von einer Frau, Marion Bergermann, Journalistin für EU-Politik und freie Redakteurin beim Europe.Table von Table Media. Im Film und auf der Bühne also starke Frauen - was für eine Frauenpower!
Sentimental Value
Ein weiteres Highlight des Tages war die kostenfreie Vorführung des Films Sentimental Value von Joachim Trier. Dem EP- Verbindungsbüro gelang es, mit dem Vertrieb eine Sondervereinbarung zu treffen, sodass der Film ausnahmsweise einmal kostenfrei in Dresden gezeigt werden konnte - obwohl dies eigentlich bis zum 15. März in Deutschland nicht möglich ist.
Das Publikum zeigte sich auch bei diesem Film begeistert!

Love me tender
Am Abend präsentierten das EP-Verbindungsbüro und das ED Dresden anlässlich des Internationalen Frauentags einen weiteren für den LUX-Publikumspreis nominierten Film: Love Me Tender von Anna Cazenave Cambet. Der Film erzählt ebenfalls die Geschichte einer starken Frau und wurde vom Publikum mit viel Applaus aufgenommen.

Demo-Frauen beim LUX
Vor dem Kino zogen indes über 1.000 Frauen in einer Frauen-Demo am Kino vorbei und viele kamen spontan vorbei und schauten einen der drei gezeigten LUX-Filme. Sie diskutierten am Abend noch lange im Kaffee weiter.

Frauendemonstration vor dem Kino vor Beginn des LUX-Events in Dresden.
Sie können abstimmen!
Jetzt heißt es bis zum 12. April über die Filme des LUX-Publikumspreises abstimmen! Das können Sie über diesen LINK machen.
Neben den drei genannten Filmen sind übrigens auch Christy von Brendan Canty sowie Ein einfacher Unfall von Jafar Panahi für den LUX-Publikumspreis 2026 nominiert. Auch über diese beiden Filme darf natürlich über den gleichen Link abgestimmt werden.


Fotos: Thomas Schlorke und EP