Podium zur EU-Handelspolitik mit Bernd Lange
Am 8. September diskutierten der Vorsitzende des EU-Handelsausschusses Bernd Lange und der Handelskommissar Maroš Šefčovič in Berlin über die EU-Handelspolitik. Dabei ging es auch um den „China-Schock“.
Neue Zölle, Protektionismus und geopolitische Spannungen verändern die internationalen Handelsbeziehungen. Für die Europäische Union stellt sich damit die Frage, wie sie ihre wirtschaftlichen Interessen schützen und zugleich ihre Position gegenüber großen Handelspartnern behaupten kann.
Dieser Frage widmete sich eine Podiumsdiskussion am 8. September im Europäischen Haus in Berlin. Der EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič, der Vorsitzende des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, Bernd Lange (S&D), und die Außenpolitikexpertin Cathryn Clüver Ashbrook sprachen über die aktuellen Herausforderungen und die handelspolitische Strategie der EU.

Neue Handelspartner für Europa
Dabei setzt die EU auf ein möglichst breites Netz von Handelsabkommen. Ein aktuelles Beispiel ist Mexiko: Das modernisierte Abkommen zwischen der EU und Mexiko wurde im Mai 2026 unterzeichnet und soll Handel, Investitionen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit ausweiten.
Auch mit anderen Regionen und Ländern baut die EU ihre Handelsbeziehungen aus. Zukünftig soll etwa das Abkommen mit den Mercosur-Staaten die wirtschaftlichen Beziehungen zu Südamerika vertiefen.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie die EU angesichts zunehmendem Protektionismus ihre eigene Durchsetzungskraft stärken kann. Die unberechenbare Zollpolitik der US-Regierung unter Donald Trump war dabei ebenso Thema wie die wachsende wirtschaftliche Konkurrenz durch China, der sogenannte „China-Schock“.
Wirtschaftliche Beziehungen werden zunehmend auch als Instrument eingesetzt, um politischen Druck auszuüben. Für die EU bedeutet das, ihre Handelsbeziehungen breiter aufzustellen und neue Partnerschaften zu erschließen.
Darüber hinaus verhandelt die EU unter anderem mit Malaysia, Thailand, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten über neue Handelsabkommen. Eine diversifizierte Handelspolitik soll der EU dabei helfen, wirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern und ihre Handlungsmöglichkeiten in einer zunehmend geopolitisch geprägten Weltwirtschaft zu erweitern.
Handelspolitik als Teil europäischer Wirtschaftssicherheit
Die Diskussion machte deutlich, dass Handelspolitik längst nicht mehr nur eine Frage von Zöllen und Marktzugang ist. Lieferketten, kritische Rohstoffe und wirtschaftliche Abhängigkeiten spielen eine immer größere Rolle für die strategische Handlungsfähigkeit der EU.
Der Ausschuss für internationalen Handel begleitet und kontrolliert die Handelspolitik der Europäischen Union und befasst sich unter anderem mit Handelsabkommen und den Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern.
Veranstaltung stößt auf breites Interesse
Rund 150 Gäste aus Politik, Verbänden und Wirtschaft verfolgten die Diskussion vor Ort in Berlin. Weitere rund 100 Personen nahmen online teil. Die Veranstaltung wurde vom Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland und der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland organisiert und von Anja Wehler-Schöck, Mitglied der Chefredaktion des „Tagesspiegel“ und Leiterin des Ressorts Internationale Politik, moderiert
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