Reform der EU-Sozialversicherungssysteme im Fokus

Wie lassen sich soziale Rechte in einem Europa sichern, in dem immer mehr Menschen grenzüberschreitend arbeiten, leben und pendeln? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „EP-Berichterstatter(in) im Dialog“ am 5. Juni 2026 im Europäischen Haus in Berlin.

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Gaby Bischoff, MdEP; Bernd Hüttemann, Generalsekretär Europäische Bewegung Deutschland (von links nach rechts)

Dabei diskutierte MdEP und Berichterstatterin Gaby Bischoff mit Expertinnen und Experten aus Botschaften, Ministerien, Sozialverbänden und der Privatwirtschaft über die Reform der Verordnung 883 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit in der Europäischen Union. Gaby Bischoff begleitet als Berichterstatterin des Europäischen Parlaments im Ausschuss für Arbeit und Soziales maßgeblich die Reform. Sie bot den Gästen einen besonderen Einblick in den aktuellen Stand der Verhandlungen.

MdEP Bischoff stellte die wichtigsten Elemente der vorläufigen Einigung vor. Ein zentraler Fortschritt sei die erstmalige klare Definition von Dienstreisen innerhalb der EU. Dadurch sollen Unsicherheiten beseitigt und der bürokratische Aufwand für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer sowie Unternehmen deutlich reduziert werden.

Darüber hinaus verbessert die Reform die Rentenansprüche von Menschen, die im Laufe ihres Berufslebens in mehreren Mitgliedstaaten gearbeitet haben. Gerade für die wachsende Zahl mobiler Beschäftigter ist dies ein wichtiger Schritt hin zu mehr Fairness und Planungssicherheit.

Gleichzeitig machte MdEP Bischoff deutlich, dass die Reform noch nicht endgültig beschlossen sei und es sich um eine vorläufige Einigung handele. Die finale Abstimmung im Europäischen Parlament wird voraussichtlich im Juli stattfinden. Dennoch könne die bisherige Unterstützung von 21 Mitgliedstaaten als starkes Signal für den breiten politischen Rückhalt gewertet werden.

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Es fehlt an Daten!

In ihrem Vortrag betonte MdEP Bischoff die besondere Bedeutung der Arbeitnehmerfreizügigkeit als eine der größten Errungenschaften der Europäischen Union. Millionen Europäerinnen und Europäer profitierten davon, in einem anderen Mitgliedstaat arbeiten, studieren oder leben zu können.

„Wer von der Freizügigkeit Gebrauch macht, darf daraus keinen sozialen Nachteil erfahren“, lautete eine der zentralen Botschaften der Berichterstatterin. Die Reform soll deshalb sicherstellen, dass Menschen ihre sozialen Ansprüche auch dann behalten und mitnehmen können, wenn sie während ihres Berufslebens mehrfach das Land wechseln.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die mangelnde Datengrundlage zu hochmobilen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Europa. Während der Verhandlungen wurde deutlich, dass bislang nur unzureichende Informationen darüber vorliegen, wie viele Menschen außerhalb ihres Wohnsitzstaates arbeiten oder im Laufe ihrer Karriere zwischen verschiedenen Sozialversicherungssystemen wechseln. Gleichzeitig zeigen vorhandene Erkenntnisse, dass diese Personengruppe stetig wächst.

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Digitale europäische Sozialversicherung?

Zum Abschluss der Diskussion richtete Bischoff den Blick in die Zukunft. Ihre langfristige Vision sei eine digitale europäische Sozialversicherung, die den Verwaltungsaufwand reduziert, Verfahren vereinfacht und den Bürgerinnen und Bürgern einen unkomplizierten Zugang zu ihren sozialen Ansprüchen ermöglicht – unabhängig davon, in welchem Mitgliedstaat sie gerade arbeiten oder leben.

„Berichterstatter/In im Dialog“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments, Berlin sowie der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD).

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